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Pflege neu denken?

  • Mit dem Pflegeberufereformgesetz werden primärqualifizierende Pflegestudiengänge in Deutschland ab 2020 neben der bislang etablierten beruflichen Ausbildung zum zweiten regulären Zugang zum Pflegeberuf. Damit wird auf veränderte qualitative und quantitative Anforderungen an Gesundheitsleistungen reagiert. Durch den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Pflegepraxis soll eine bessere und passgenauere Versorgungsqualität gewährleistet werden. Die Integration akademisch qualifizierter Pflegefachkräfte in die berufliche Praxis gelingt bislang allerdings eher schlecht. Um diese gemäß ihrer Kompetenzen einsetzen zu können bedarf es einiger grundlegender Veränderungen im Arbeitsfeld. Es gilt die "Pflege neu zu denken" und einen neuen Skill-Grade-Mix in den Krankenhäusern und Pflegeheimen zu entwickeln. Ausgehend von den Kompetenzen akademisch qualifizierter Pflegefachkräfte ist zu definieren, welche Aufgaben von diesen übernommen werden können. Damit diese Aufgaben auch tatsächlich ausgeführt werden können, sind entsprechende Organisationsstrukturen zu schaffen. Hierbei erweisen sich insbesondere Maßnahmen der Personalentwicklung und des Wissensmanagements als bedeutsam. Damit der Einsatz akademisch qualifizierter Pflegefachkräfte von den anderen Akteuren des Gesundheitswesens akzeptiert und anerkannt wird, sind kulturelle Veränderungen erforderlich. Für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist insbesondere das stark hierarchische Verhältnis von Pflege und Medizin aufzubrechen. Schließlich bedarf es aufgrund der verschiedenen Tätigkeiten und der unterschiedlichen formellen Qualifikationen einer Differenzierung bei der Entlohnung von akademisch und beruflich qualifizierten Pflegefachkräften. Akademisch qualifizierte Pflegefachkräfte sind aus verschiedenen Gründen höher zu entlohnen als beruflich qualifizierte Pflegefachkräfte. Es zeigt sich, dass primärqualifizierende Pflegestudiengänge einen wichtigen Beitrag zur Professionalisierung der Pflege leisten und der Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufes dienen. Um nachhaltigen Wandel zu erzielen, muss die Pflege als wissenschaftliche Disziplin allerdings selbstbewusster auftreten und ihren Mehrwert besser kommunizieren. Außerdem bedarf es gesetzlicher Regelungen zu vorbehaltenen Tätigkeiten akademisch qualifizierter Pflegefachkräfte

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Metadaten
Verfasserangaben:Nathalie Öhl
URN:urn:nbn:de:0295-opus4-22036
Untertitel (Deutsch):Konsequenzen der akademischen Pflegeausbildung
Dokumentart:Masterarbeit
Sprache:Deutsch
Jahr der Fertigstellung:2020
Titel verleihende Institution:Evangelische Hochschule Nürnberg
Datum der Abschlussprüfung:30.09.2020
Datum der Freischaltung:01.07.2021
Freies Schlagwort / Tag:Akademische Pflegefachkraft; Paradigmenwechsel
GND-Schlagwort:Pflegeberuf; Akademisierung; Personalentwicklung; Wissensmanagement; Professionalisierung
Seitenzahl:73
DDC-Sachgruppen:300 Sozialwissenschaften / 330 Wirtschaft
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin, Gesundheit
Zugriffsrecht:Nürnberg, Evang. Hochschule
Hochschulen:Evangelische Hochschule Nürnberg
Lizenz (Deutsch):License LogoCreative Commons - CC BY-NC-ND - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International