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Unterstützte Kommunikation als Thema einer Organisationskultur. Analyse in Wohneinrichtungen durch eine qualitative Studie

  • Die Realisierung von Bedingungen und Möglichkeiten zur kommunikativen Teilhabe mittels Unterstützter Kommunikation (UK) für Menschen, die sich nicht oder nur kaum über verbale Sprache ausdrücken können, erfährt in den aktuellen Fachdiskursen der nachschulischen Lebensbereiche eine besondere Relevanz. In vielen Einrichtungen der Eingliederungshilfe (EGH) wird UK eingesetzt, ist dabei allerdings zu wenig in organisationale Strukturen und Prozessabläufe implementiert. Es bleibt ein individueller Glücksfall, ob potenzielle UK-Nutzende auf ein UK-förderliches Umfeld stoßen. Die aktuelle Forschungslage verdeutlicht, dass Ursachen für die mangelnde Umsetzung von UK einerseits mit hinderlichen Rahmenbedingungen einer Organisation zusammenhängen. Andererseits zeigt sich die Haltung und Prioritätensetzung der Mitarbeitenden als wichtiger Indikator für eine gelingende Umsetzung. Diese Überzeugungen und Annahmen der Mitarbeitenden sind Teil der Organisationskultur. Sie aufzudecken stellt eine bedeutsame Basis für Veränderungs- und Lernprozesse in der Organisation dar. Um sich den Schwierigkeiten einer nachhaltigen Implementierung von UK-Konzepten in Einrichtungen der EGH anzunähern, wurde dieser zentrale Ansatzpunkt aufgegriffen und das Forschungsfeld anhand des Organisationskulturmodells nach Schein analysiert. Ziel war es, durch die Betrachtung der drei Ebenen des Organisationskulturmodells möglichst umfassende Aspekte von Organisationskultur unter dem Fokus UK zu erheben und darzustellen. Im Kern der Organisationskultur liegen die impliziten und latent wirkenden Basisannahmen, wie bspw. die genannten Einstellungs- und Haltungsbarrieren in Bezug auf UK. Diese wurden mittels leitfadengestützter Interviews mit Mitarbeitenden unterschiedlicher Funktionen in Wohneinrichtungen erhoben. Darüber hinaus wurden externe und interne Dokumente analysiert, um auch die sichtbareren Ebenen abzubilden. Zusammenfassend bestätigen die inhaltsanalytisch ausgewerteten Daten, dass die Umsetzung von UK im Kontext von Wohnen in Organisationen der EGH mitunter deutlich durch strukturelle, aber maßgeblich durch haltungs- und einstellungsbezogene Komponenten beeinflusst wird. Mit einem differenzierten Blick auf die UK-spezifischen Basisannahmen konnten verschiedene, teils widersprüchliche, Vorstellungen davon, was bspw. unter einer gelingenden Kommunikation mit den Bewohner:innen verstanden wird und welchen Stellenwert der Einsatz von UK im pädagogischen Alltag bekommt, eruiert werden. Es wurden Hinweise abgeleitet, welche Bedingungen sich förderlich und hemmend für die Umsetzung einer gelingenden UK- und Organisationskultur in den Wohneinrichtungen zeigen.

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Verfasserangaben:Theresa Aßmann
URN:urn:nbn:de:0295-opus4-62555
DOI:https://doi.org/10.17883/6255
Verlag:Verlag Julius Klinkhardt
Verlagsort:Bad Heilbrunn; Berlin; Leipzig
Dokumentart:Dissertation
Sprache:Deutsch
Jahr der Fertigstellung:2025
Datum der Freischaltung:05.11.2025
Freies Schlagwort / Tag:Haltungsbarrieren; Implementierung; Lebensbereich Wohnen; Organisationale Veränderungs- und Lernprozesse; Qualitative Forschung; Spannungsfelder; Unterstützte Kommunikation
GND-Schlagwort:Teilhabe; Organisationskultur; Eingliederungshilfe; Kommunikationshilfe; Implementation
Seitenzahl:325
Bemerkung:
Die Veröffentlichung wurde gefördert aus dem Open-Access-Publikationsfonds der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen.
DDC-Sachgruppen:300 Sozialwissenschaften
Zugriffsrecht:Frei zugänglich
Hochschulen:Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Köln
Lizenz (Deutsch):License LogoCreative Commons - CC BY - Namensnennung 4.0 International