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Im Anfang war das Spiel. Was uns die anthropologische Forschung zum Zusammenhang von Spiel, Sprache und Moral sagt und welche Schlüsseeine christliche Ethik daraus ziehen kann

In the beginning wasthe game.

  • Inspiriert von John Searles Arbeiten zu einer Philosophie der Gesellschaft konnte die evolutionäre Anthropologie in einigen aktuellen Forschungen zum menschlichen Spiel- und Kooperationsverhalten zeigen, dass Kleinkinder schon im zweiten Lebensjahr zu gemeinsamen Fiktionsspielen fähig und auch bereit sind, ihr Spiel durch implizite Regeln zu schützen. Normativität kommt demnach weder durch Belohnung und Strafandrohung zum Menschen, noch setzt sie eine voll entwickelte Sprachfähigkeit voraus. Sie wird im Spiel erlernt. Für die Diskursethik bedeutet dies, den ontogenetischen Vorlauf spielerischer Normativität vor der diskursiven anzuerkennen und zu reflektieren. Für die Moralerziehung muss daraus folgen, dass sie Entwicklungsschemata sittlicher Reifung, die an Dilemmageschichten orientiert sind, überdenkt und das Kinderspiel mit seinen Regularien stärker berücksichtigt. Die theologische Ethik könnte die Chance nutzen, Moral in Metaphern des Spiels zu erklären. Gott und Mensch ließen sich dann als Teilnehmer an einem Spiel denken, das auf unüberbietbar allgemeine Weise wechselseitige Anerkennung zuteilt.
  • Inspired by John Searle’s work in regard to a philosophy of society, some actual Research done by evolutionary anthropology on human playing and cooperative behaviour pointed out that small children even in their second year of life are capable of fictional play and are ready, too, to protect their playing by implicit rules. Accordingly, normativity does not require reward or threat of punishment to be accepted by man nor a fully developed faculty of speech. It is learned through playing. As to discourse ethics this means to recognize and reflect the ontogenetic forerun of playing normativity rather than of discursive normativity. Thus, the consequence of moral education must be that development patterns of (moral) maturity which are dilemma-related have to be reconsidered and the child’s Play with its rules and regulations is to be intently taken into account. Theological ethics might take the opportunity to explain morality by metaphors of playing. So God and man could be imagined as participators in a game which allocates mutual respect in an unsurpassable way.

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Metadaten
Verfasserangaben:Rupert M. Scheule
URN:urn:nbn:de:0295-opus-1154
Dokumentart:Aufsatz
Sprache:Deutsch
Datum der Veröffentlichung (online):06.06.2013
Datum der Freischaltung:06.06.2013
Freies Schlagwort / Tag:Diskursethik; Normen und Regeln; Ontogenese der Moral; Philosophie der Gesellschaft; Status-Funktion; evolutionäre Anthropologie
discourse ethics; evolutionary anthropology; laws and rules; ontogeny of morality; philosophy of society; pretend play; status function
GND-Schlagwort:Moraltheologie; Spiel
Quelle:erschienen in: ETHICA 21 (2013) 1, 69 – 88
DDC-Sachgruppen:200 Religion / 200 Religion, Religionsphilosophie
Zugriffsrecht:Frei zugänglich
Sammlungen:Kidoks / Theologische Fakultät Fulda
Kidoks / Theologische Fakultät Fulda / Aufsätze
Hochschulen:Theologische Fakultät Fulda
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