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Mikrokredite aus der Genderperspektive : ein entwicklungspolitisches Instrument zum Empowerment von Frauen?

  • Mikrokredite etablierten sich in den 2000er Jahren als wichtiges entwicklungspolitisches Instrument zur Armutsbekämpfung und dem Empowerment von Frauen. Das Empowerment-Konzept bestärkt Frauen, sich auf sozialer und wirtschaftlicher Ebene zu entwickeln. Ob der Mikrokredit hierfür ein geeignetes Instrument ist, wurde in der vorliegen-den Arbeit diskutiert und unter Heranziehung indischer Studien analysiert. Bei der Studienanalyse zeigten sich Empowerment-Effekte auf wirtschaftlicher und sozialer Ebene. Durch das bereitgestellte Kapital erlangten Frauen eine größere Entscheidungsmacht im Haushalt. In Folge dessen steigerten sich die Gesundheits- und Bildungsausgaben und der Standard in diesen Bereichen verbesserte sich, wovon auch die Kinder profitierten. Des Weiteren wurden die Spar- und Konsumgewohnheiten der Frauen positiv durch den Mikrokredit beeinflusst. Wirtschaftliche Handlungen der Kreditnehmerinnen waren hingegen meist unrentabel und/oder sind gescheitert. Neben den wirtschaftlichen Effekten wirkte der Mikrokredit auch auf der sozialen Ebene, vor allem bei Krediten nach dem Selbsthilfegruppenmodell. Grundlage hierfür waren regelmäßige angeleitete Gruppentreffen. Die Frauen wurden dabei über den Kredit hinaus bei sozialen Themen unterstützt und für gemeinsame Aktionen mobilisiert. Die Teilnehmerinnen dieser Programme konnten ihr Selbstbewusstsein und ihre Mobilität wesentlich steigern. Darüber hinaus führten soziale und gemeinnützige Aktionen der Gruppen zu einer Besserstellung in-nerhalb der Dorfgemeinschaft. Auch die politische Partizipation nahm zu. Bei Programmen mit reiner Kreditbereitstellung und ohne weitere Maßnahmen fielen die Empowerment-Effekte weniger positiv aus. Es gab keine Verbesserungen auf der sozialen Ebene, was zeigt, dass das Empowerment-Potenzial des Mikrokredites nicht genutzt wurde. Um Frauen für eine soziale Entwicklung zu mobilisieren, ist eine kontinuierliche Begleitung durch geschultes Personal nötig. Diese Betreuung können Organisationen aus dem Sozialwe-sen besser leisten, verglichen mit kommerziell arbeitenden Banken. Der Mikrokredit unter dem Empowerment-Aspekt sollte eher in den Arbeitsbereich der internationalen Sozialen Ar-beit fallen, als in den Finanzsektor. Dann kann er seine positive, vielschichtige Wirkung als entwicklungs-politisches Instrument zum Empowerment von Frauen voll entfalten.

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Metadaten
Verfasserangaben:Anja Kerle
URN:urn:nbn:de:0295-opus4-7258
Dokumentart:Bachelor Thesis
Sprache:Deutsch
Jahr der Fertigstellung:2015
Titel verleihende Institution:Evangelische Hochschule Nürnberg
Datum der Freischaltung:12.04.2016
Freies Schlagwort / Tag:Preis <Diakonie Rummelsberg>
GND-Schlagwort:Mikrofinanzierung; Gender Mainstreaming; Frau; Empowerment; Entwicklungshilfe
Seitenzahl:51
DDC-Sachgruppen:300 Sozialwissenschaften
Zugriffsrecht:Nürnberg, Evang. Hochschule
Hochschulen:Evangelische Hochschule Nürnberg
Lizenz (Deutsch):License LogoCreative Commons - Namensnennung, Nicht kommerziell, Keine Bearbeitung