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Die Wüstenväter Antonius und Pachomius : radikale Lebensentwürfe als Kontrast zu Welt und Kirche? ; eine Darstellung aus historischer und systemtheoretischer Perspektive

  • [Einleitung] "Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert.“ (Mt 10,37) Die Forderung, die Jesus hier an seine Jünger richtet, mag uns auf den ersten Blick hart und unbarmherzig erscheinen. Ist denn der ‚Preis‘ einer echten und wahren Nachfolge so hoch, so dass alles Vertraute, ja die eigene Familie um ‚seinetwillen‘ aufgegeben werden muss? Damit nicht genug, denn Jesus verlangt in Mt 19,29 sogar noch mehr: selbst Häuser und Äcker, man könnte auch sagen Wohnung, Arbeit und Besitz, dürfen nicht wichtiger sein als er. Tatsächlich haben Menschen nach Jesu Tod derartige Konsequenzen aus ihrer Berufung gezogen und praktisch alles aufgegeben, was üblicherweise Sicherheit und Halt im Leben versprach. Als besitzlose Wandermissionare zogen sie umher, um den Menschen das Evangelium zu verkünden. Ähnliche und doch wieder ganz andere Schlüsse zogen Männer und Frauen, die sich im 3. und 4. Jahrhundert auf den Weg in die Einsamkeit der Wüsten begeben haben, abseits der Zivilisation und weg vom kirchlichen Gemeindeleben: die Wüstenväter und Wüstenmütter. Die vorliegende Arbeit möchte sich diesem ‚Phänomen‘ des Aufbruchs in die Abgeschiedenheit widmen und den Kontrast solcher radikalen Lebensentwürfe zu Kirche und Welt herausarbeiten. Die Motive für den Auszug in die Wüste scheinen vielfältig: War es nur das besondere spirituelle Verlangen oder letzten Endes eine Flucht vor der Welt und einer (verweltlichten) Kirche mit ihren sozialen Regeln und religiösen Pflichten? Als Prototyp dieser Aussteigerinnen und Abweichler gilt Antonius der Große, da uns von ihm bis heute ein historisch brauchbares Zeugnis vorliegt, die Vita Antonii des Bischofs Athanasius von Alexandrien. Doch bevor sein Leben und seine Motive näher erläutert werden, ist in einem ersten Schritt die Entwicklung einer Kirche zu beschreiben, welche sich langsam professionalisiert und institutionalisiert: Wie sind christliche Gemeinden überhaupt entstanden? Auf welche Weise haben sich kirchliche Strukturen entwickelt und wie sah letzten Endes die religiöse und philosophische Umwelt des Christentums aus, mit der die Kirche ja zwangsläufig im wechselseitigen Austausch stand? Die folgende historische Darstellung kann dabei, wie auch die Arbeit insgesamt, keine erschöpfende Beschreibung und Analyse des Themas liefern. So liegt etwa der Fokus auf dem Gebiet Ägyptens, wo neben Antonius noch eine weitere Form kirchlichen Lebens entsteht: die klösterliche Gemeinschaft. Diese Entwicklung ist in Ägypten eng mit dem Namen Pachomius verbunden, der allgemein als ‚Erfinder‘ der monastischen Lebensform beziehungsweise des Koinobitentums gilt. Ihm ist es zu verdanken, die Abgeschiedenheit der Eremitinnen und Eremiten auf der einen Seite zu bewahren und ihnen andererseits ein geordnetes und strukturiertes Dasein zu ermöglichen. Von daher folgt nach der Beschreibung des ‚Modells Antonius‘ die Vita und die Darlegung der Motive des Pachomius, sozusagen als Weiterentwicklung des eremitischen bzw. anachoretischen Lebensstils. Pachomius und die Entstehung der Klöster zeigen eine grundlegende Veränderung, denn das Beispiel Antonius als ‚Alternative‘ zur etablierten Kirche hat sich ja durch die (Ordnungs-)Strukturen eines Klosters wieder professionalisiert und institutionalisiert, also ‚verweltlicht‘. So lautet die Forschungsfrage dieser Bachelorarbeit: War das Phänomen der ‚Wüstenväter‘ vielleicht nur reiner Zufall, oder gibt es eine gewisse evolutionäre Notwendigkeit zur Ordnung und Struktur einer Gruppe oder eines Systems? Diese Frage soll auf Basis der bisherigen Ausarbeitungen über die Kirche und die ‚Wüstenväter‘ nun mit Hilfe der Systemtheorie beantwortet werden. Zunächst geht es in den Punkten ‚Vorbemerkungen‘ und ‚Systemverhalten‘ allgemein um die Frage nach den Eigenschaften und dem Verhalten eines Systems. Die Ergebnisse werden im Folgenden auf die Kirche hin angewendet und schließlich die Forschungsfrage beantwortet. Mit einem Ausblick auf die Gegenwart als Anregung zum Weiterdenken endet die vorliegende Arbeit.

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Metadaten
Verfasserangaben:Florian Landgraf
URN:urn:nbn:de:0295-opus4-8511
Dokumentart:Bachelor Thesis
Sprache:Deutsch
Jahr der Fertigstellung:2016
Titel verleihende Institution:Evangelische Hochschule Nürnberg
Datum der Freischaltung:07.11.2016
GND-Schlagwort:Mönchtum; Askese; Wüste; Kirche; Nachfolge Christi
Seitenzahl:58
DDC-Sachgruppen:200 Religion
Zugriffsrecht:Nürnberg, Evang. Hochschule
Hochschulen:Evangelische Hochschule Nürnberg
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